Thailand Tierschutz News April 2024
Wichtig ist es, dass wir Orte mit viel Streunern, also sogenannte Strassentiere immer wieder kontrollieren nachdem wir eine Kastrations- Kampagne durchgeführt haben. Da immer wieder neue Tiere dazu kommen geht es sonst sehr schnell und das Problem mit ungewollten Tieren wächst rapide an, dann war das ganze umsonst.
Es gilt wie immer „TNVR“ also Trap-Neuter-Vacinate-Return, auf Deutsch „Einfangen-Kastrieren-Impfen-Zurückbringen“.
Unser Spruch des Monats :
„Die Strasse ist grausam – kastrieren dafür harmlos“
So hatten wir einen Fall mit einem älteren Hund den wir behandeln mussten, aber die muslimischen Bewohner vor Ort sagten uns, dass wir den Hund aus religiösen Gründen nicht mehr an seinen bisherigen Lebensplatz zurückbringen sollen, die Katzen am selben Ort waren kein Problem, dazu kein Kommentar.
Wie jedes Mal ist es klimatisch eine Herausforderung und dieses Mal hatten wir mit sehr hohen Temperaturen und extremer Trockenheit über mehrere Wochen zu kämpfen, das heisst Wasserknappheit für Mensch und Tier. So hat unser kleines Team ein Hilferuf erreicht, dass mehrere natürliche Wasserteiche mit vielen Fischen am austrocknen sind und kein Regen in Sicht ist.
Geplant war sogleich nach meiner Ankunft mit dem Fangen der zu kastrierenden Tiere beginnen, aber nach einem Augenschein bei den Fischteichen war klar, dass wir keine Zeit verlieren konnten und sogleich mit dem Fischfangen in diesen sumpfigen Teichen beginnen mussten, da schon etliche tote Fische an der Wasseroberfläche zu sehen waren.
Sämtliche Wasserzuflüsse waren mittlerweile ausgetrocknet und die Wassertemperatur hatte sich stark erhöht, kein Wunder bei Lufttemperaturen von fast 40 Grad.
Innerhalb von zwei Tagen konnten wir etwa 100 Fische retten und in einem Stausee aussetzen, aber für ebenso viele kam jede Hilfe zu spät. Die Rettung in diesen sumpfigen verschlammten Teichen war sehr anstrengend und nicht ganz ungefährlich, da die Umgebung bekannt ist, dass sich dort auch Schlangen, Skorpione, etc. befinden.
Die meisten Tiere konnten wir wieder an den bisherigen Lebensplatz zurückbringen.
Auch die vom TVAV unterstützen Tierschützer haben wir besucht und die jeweiligen Bedürfnisse abgeklärt. Das benötigte Material zum Wohle der Tiere, wie Futter und Medikamente wurde gleich vor Ort erworben und abgegeben.
Wichtig ist auch eine Versorgung der zahlreichen Strassentiere die von ein paar wenigen einheimischen Helfern täglich erledigt wird. Der Hunger dieser Tiere ist gross und auch die Parasiten, wie Zecken, Flöhe, Würmer, etc. sind eine grosse Plage und da helfen wir vom TVAV, da sich diese Einheimischen mit sehr kleinem Einkommen das nicht leisten können. Diese tierliebenden Personen verdienen meistens nur den gesetzlichen thailändischen Mindestlohn von THB 400 pro Tag, das entspricht zurzeit CHF 10.00 pro Tag, da bleibt nichts mehr übrig als die eigene Existenz zu sichern.
In Touristenorten begegnet man immer wieder auf den Gehwegen solchen Personen die ein Tier herumtragen und wollen, dass man ein Foto gegen Bezahlung machen kann, falls Sie angesprochen werden, sagen Sie bitte nein und verzichten Sie auf diese tierquälerische Geschäftsmethode. Im Bericht Thailand Oktober/November können Sie noch mehr dazu nachlesen.
Auch diese Tierschutzreise hat sich absolut gelohnt und es gäbe noch viel zu berichten, dazu mehr in einer zukünftigen Reise.
Aus unserer Sicht ist es wichtig bei begonnenen Projekten aktiv mitzumachen und auch die Seriosität immer wieder zu überprüfen, dass die Spendengelder auch dorthin kommen wo sie benötigt werden, nämlich zu den bedürftigen Tieren, um deren Leid zu reduzieren und dafür setzen wir uns weiterhin, dies ist jedoch nur Dank Ihrer Unterstützung möglich und wir bedanken uns für jede Spende egal ob gross oder klein, bitte unterstützen Sie uns weiterhin.
Wir vom TVAV arbeiten alle ehrenamtlich, es werden keine Saläre oder Entschädigungen bezahlt, ebenso keine Reisekosten.
Alle Spendengelder werden zu 100 % für den Tierschutz verwendet.
Rolf Keller