Thailand Tierschutz News Oktober – November 2024
Es war wieder an der Zeit nach einem halben Jahr die TVAV Projekte in Thailand zu besuchen um deren Funktionieren sicher zu stellen.
Auch nach gemachten Kastrations-Kampagnen muss man zwingend dranbleiben und die entsprechenden Regionen und Orte im Auge behalten, da es dort laufend unkastrierte „Neuzuzüger“ gibt. Wenn man dort nicht rechtzeitig eingreift weitet sich das Problem mit der Überpopulation sehr schnell aus, daher gilt wie immer :
„TNVR“ also Trap-Neuter-Vacinate-Return, auf Deutsch „Einfangen-Kastrieren-Impfen-Zurückbringen“ das ist aus realistischer Sicht die einzige machbare Lösung um Tierelend und zukünftige ungewollte Nachkommen zu verhindern.
Auch ist es nicht hilfreich, wenn tierfreundliche Menschen, egal ob Einheimische oder Touristen reichlich freilebende Hunde und Katzen füttern. Dies ist zwar gut gemeint aber nicht hilfreich, da diese gefütterten Tiere mehr Nachwuchs gebären und das Problem vergrössern. Hier gilt zuerst kastrieren und dann füttern. Auch ist die Kastration die langfristig bessere und günstigere Variante, da unkontrollierter und ungewollter Nachwuchs deutlich mehr Futterkosten verursacht.
Aber nun zum Einsatz des TVAV in Thailand. Im südlichen Thailand waren wir wiederum auf der Insel Phuket mit unserer Ausrüstung mit Tierfallen verschiedenster Art unterwegs und alles was dazugehört wie Transportboxen, Reinigungs- und Desinfektionsmaterial, Decken, Tücher, Tierfutter als Lockmittel für die Fallen, usw.
Dies wird alles von TVAV zur Verfügung gestellt und gesponsert.Wir konnten wiederum Dutzende Tiere auf der Insel einfangen zwecks Kastration und medizinischer Behandlung in zwei Tierkliniken unseres Vertrauens. Für einige dieser Tiere wurde ein neuer Lebensplatz gefunden. Etliche mussten aber wieder an ihre bisherigen Lebensplätze zurück, weil sie Einzelgänger und zu wild waren. Aber auch für diese Tiere hat sich die Lebenssituation verbessert, da die weiblichen Tiere nicht mehr andauernd Junge bekommen und der teilweise geschwächte Körper ausgelaugt wird. Die männlichen Tiere haben viel weniger Revierkämpfe um weibliche Tiere und werden dadurch weniger verletzt als mit Revierkämpfen.
Alle bisherigen Einsatzorte und lokale Tierschützer haben wir besucht und wo es nötig war entsprechend unterstützt.
Dann ging es weiter mit der Fähre nach Koh Chang, auf Deutsch „Elefanten Insel“ wo ich das Tierschutz Projekt Animal Welfare von der Schweizerin Tanja besuchte. Hier konnte ich der täglichen Fütterung der Strassentiere teilnehmen. Ein kleines Team leistet hier täglichen Einsatz zum Wohle dieser bedürftigen Tiere. Die Insel ist immer noch mehrheitlich ein Naturparadies mit viel Regenwald und noch nicht so verbaut wie andere Inseln. Ein sehr gut geführtes Projekt von Tanja und den Helfer/innen vor Ort. Bei solchen Besuchen lerne auch ich immer wieder etwas dazu.
Aber keine Sorge lieber Spender/innen, die Reisekosten dorthin habe ich selbstverständlich aus meiner Tasche bezahlt.Also sehr wichtig: Bitte keine solchen Camps besuchen, nur welche die „No riding, no Chain“ (kein Reiten, keine Kette) anbieten. In diesen Camps kann man Elefanten füttern und teilweise mit ihnen baden gehen und diese mit Bürsten „schruppen“. Ich selber habe dies schon ein paarmal gemacht. Damit unterstützt man Elefanten mit Futter und medizinischer Versorgung.
Aber natürlich wäre ein Leben als freier wilder Elefant die beste Variante, jedoch wird der natürliche Lebensraum durch menschlichen Eingriff in die Natur immer kleiner und die noch verbleibenden wilden Elefanten zum sogenannten „Problem“. Hier ist nicht die Überpopulation der Elefanten das Problem, sondern die Überpopulation unserer Spezies, auch wenn wir das nicht gerne hören.
Aus dem Issan von Saved Souls erreichte uns die gute Nachricht, dass sich die Situation der vielen behinderten Tiere verbessert hat durch einen im Tierschutz engagierten Thai welcher eine grosszügige Anlage geschaffen hat. Die Pflege und die Versorgung dieser bedürftigen Tiere ist sehr aufwendig. Ein Besuch bei nächster Gelegenheit ist geplant.
Und wie immer die Bitte an Touristen, besuchen Sie keine Unterhaltungs- Tier-Shows jeglicher Art. Diese Tiere leiden ihr Leben lang indem sie mit schrecklichen Methoden dressiert und abgerichtet werden.
Den Schlangen in den „Schlangen Shows“ werden die Zähne gezogen und in den Tiger- und Löwenparks werden die Tiere täglich mit Medikamenten ruhiggestellt, so dass Touristen/Besucher mit bis zu über 200 Kilo schweren Tigern hautnah Fotos machen können. Dies nur zwei Beispiele.
Auch dieses Mal kann ich den Einsatz als erfolgreich bezeichnen. Der TVAV konnte sich Dank Ihnen lieber Spender/innen viel Tierleid reduzieren und verhindern.
Wir vom TVAV arbeiten alle ehrenamtlich. Es werden keine Saläre oder Entschädigungen bezahlt, ebenso keine Reisekosten.
Alle Spendengelder werden zu 100 % für den Tierschutz verwendet.
Herzlichen Dank im Namen des TVAV und allen freiwilligen Helfern.
Für den TVAV Rolf Keller